
Warum Naturtextilien?

Warum ist das Tragen von Naturkleidung für uns Menschen so wichtig?
Der menschliche Körper stellt für sein Wohlbefinden hohe Anforderungen an die Textilien, die ihn die meiste Zeit seines Lebens bedecken. Am besten dafür geeignet ist das Material, das die Natur selbst dafür zur Verfügung stellt, z.b. Schurwolle, Baumwolle, Seide.
Aber es gibt auch noch andere Fasern in der Pflanzenwelt, die wir uns nutzbar machen können, z.b. Hanf, Leinen, Brennnessel, Kapok.
Kleidung ist unsere zweite Haut, die uns warm halten und vor schlechten Umwelteinflüssen schützen soll.
Die Kleidung hat für ein gesundes Körperklima zwischen Haut und Kleidung zu sorgen. Dies ist aber nur dann gewährleistet, wenn die Körperfeuchtigkeit nach außen transportiert wird, denn jeder Mensch verliert ein bis zwei Liter Feuchtigkeit über die Haut pro Tag - wenn er schwitzt natürlich noch mehr. Gleichzeitig brauchen wir als Warmblüter eine gleichmäßige Körpertemperatur, daher muss die Kleidung vor allem vor Kälte schützen.
Fast alle synthetischen Fasern und die meisten Ausrüstverfahren behindern den Feuchtigkeitstransport vom Körper weg. Dies führt dazu, dass die Feuchtigkeit sich als kalter Schweiß am Körper niederschlägt, wodurch die Verdunstung wieder Kälte erzeugt.
Wir empfinden dies, als ob wir frieren und schwitzen. Dies kann die Ursache für allgemeines Unwohlsein und viele Erkältungskrankheiten sein. Seit den fünziger Jahren hat es neben der starken Ausweitung der synthetischen Fasern ein immer stärkeres Bestreben gegeben, Naturfasern zu "veredeln"! Nicht ausgerüstete Textilien sind daher zu einer Seltenheit geworden.
Zu den bekanntesten "Veredelungen" gehören die "Filzfreiausrüstung", die Wolle "waschmaschinenfest" macht, die "Bügelfrei-Ausrüstung", die insbesondere die Baumwolle betrifft, und auch die im Hausgebrauch befindlichen "Weichmacher", die den Griff verbessern sollen.

Philosophie

Wir wollen den Menschen und der Erde nicht schaden - Was hat das mit unserer Kleidung zu tun?
Die konventionelle Landwirtschaft und so auch der konventionelle Baumwollanbau machen die Menschen und die Erde krank, auch wenn wir es vielleicht noch nicht merken.
Der technische Aufwand der betrieben werden muss, um unser Grundwasser von "Pflanzenschutzmitteln" aus der Landwirtschaft zu befreien, ist inzwischen so hoch, dass die Umstellung auf biologische Landwirtschaft wirtschaftlicher wäre.
Durch den hohen Einsatz von "Pflanzenschutzmitteln" und anderen Giften, z.B. zur Entlaubung der Baumwollsträucher vor der maschinellen Ernte, werden Menschen und Umwelt stark belastet. Beim Anbau mit Pestiziden werden Unmengen von Wasser verbraucht.
So ist zum Beispiel der Aralsee massiv vom Austrocknen bedroht. In 15 Jahren - so lautet die Prognose - könnte der Aralsee ganz von der Landkarte verschwunden sein. Ursprünglich war der Aralsee fast so groß wie Bayern. Seit 1966 ist er auf ein Viertel seiner Größe geschrumpft. Mancherorts liegt das frühere Ufer jetzt 150 km entfernt. Dort, wo einst Fischreichtum den Bewohnern bescheidenen Wohlstand sicherte, hat sich giftiger Salzstaub breit gemacht. Der kommt von Düngemitteln, die aus den Baumwollfeldern Usbekistans und Kasachstans in den See gelangen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass 150.000 Tonnen jährlich in die Luft geweht werden. In dem Blut der Anwohner wurde eine so extreme Chemikalien-Belastung nachgewiesen, dass deren Kinder und Enkelkinder noch mit einem hohen Krebsrisiko rechnen müssen!
In den meisten Anbauländern gibt es keine Gesetze, die die Menschen, die im Anbau und der Weiterverarbeitung der konventionellen Baumwolle tätig sind, schützen. In China werden nach der Entlaubung der Baumwollsträucher und nach der maschinellen Ernte, Schulklassen über die verseuchten Felder (Entlaubungsgift - Sevesogift) geschickt, um die restliche Baumwolle einzusammeln!
In den Sweatshops - das sind die Fabriken in den Billiglohnländern, in denen weltbekannte Markenfirmen ihre Waren fertigen lassen- herrschen oft unzumutbare Bedingungen.
Im Greenpeace Magazin Mai/Juni 2004 wurde über die dreizehnjährige Selina in Bangladesch berichtet, die in einer Textilfabrik gezwungen wird bis zu 19 Stunden täglich zu arbeiten, und die dann für wenige Stunden unter einer Nähmaschine schläft. Wenn sie ihr Pensum nicht schafft, wird sie von ihrem Vorarbeiter ins Gesicht geschlagen und beschimpft. Ihr Lohn für eine Woche liegt unter 3 Euro. Da Überstunden nicht bezahlt werden, kommt sie auf einen Stundenlohn von kaum mehr als 2 Cent.
Obwohl dieser Zustand kaum erträglich ist, hat sie zugleich Angst ihre Arbeit zu verlieren, weil sie damit die Eltern und zwei Geschwister durchbringt.
Ähnlich wie Selina geht es vielen Frauen und Kindern in Billiglohnländern, in denen es keine Gesetze gibt, die solche unmenschlichen Zustände verhindern können und die Firmen lassen dort produzieren, um auf dem Markt billig anbieten zu können!
Was also ist der Preis für BILLIG BILLIG?
Umwelt wird zerstört,
Menschen leben und arbeiten unter unzumutbaren Bedingungen.
Was können wir dagegen tun?
Mit unserem Kaufverhalten haben wir Einfluss! Indem wir Produkte aus biologischem Anbau verwenden tun wir etwas für unsere Gesundheit, wir unterstützen die Erzeuger und die Heilung der Erde.

Bio-Baumwolle

Kontrolliert biologisch angebaute Baumwolle (kba) ermöglicht gesunde Arbeitsbedingungen und gesichertes Einkommen für Erzeuger und Verarbeiter in Afrika, Asien und Lateinamerika, trägt zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung bei und garantiert dem Endverbraucher hochwertige Bekleidung, die frei von Schadstoffen ist.
Im ökologischen Anbau gibt es keinen Kunstdünger, keine Pestizide, keine Monokulturen. Es werden natürliche Dünger und biologische Schädlingsregulierung in vielfältigen Agrarsystemen eingesetzt.
Fast die Hälfte der weltweit produzierten Textilien besteht aus Baumwolle. Jedes Jahr werden rund 20 Mio. Tonnen in über 70 Ländern geerntet. Diese stammen fast ausschließlich aus konventionellem Anbau, der mit einem massiven Pestizideinsatz und der zunehmend gentechnisch veränderten Sorte einhergeht. Letzterer ist sehr umstritten und führt auf jeden Fall zu einer weiteren Erhöhung der Abhängigkeit der Bauern von den internationalen Konzernen. Menschen und Umwelt in den Anbauländern werden stark belastet!
Die konventionelle Produktion und Verarbeitung von Baumwolle setzt massiv hochtoxische Chemikalien ein. Dies hat nicht nur katastrophale Folgen für die Umwelt, sondern belastet durch Rückstände auch die Gesundheit der Endverbraucher. Eine Alternative sind Produkte aus kontrolliert biologischen Anbau. Verbraucher können sich schützen und zugleich den Anteil von Bio-Baumwolle am Markt durch ihr Kaufverhalten steigern.
Zum Schutz des Endverbrauchers, insbesondere aber von Mensch und Umwelt in den verarbeitenden Ländern gilt es, Sozial- und Umweltstandarts in der gesamten textilen Kette zu etablieren und umzusetzen.

Wolle

Geht es um Wolle, dann denken wir zuerst an die Schafwolle. Doch Wolle bezeichnet generell das Haar von Tieren, das sich zum Weben und zum Verspinnen eignet. Es kann also durchaus auch das Haar vom Kamel, von der Ziege oder auch von Kaninchen gemeint sein. In den südamerikanischen Anden liefern Alpakas und Vikunjas hochwertige Wolle, die sogar fünfmal wärmer ist als Schafwolle. Aber es stimmt: Hauptlieferant für Wollgarne und Wollstoffe ist das Schaf.
Dass uns Wolle so sympathisch und für die Herstellung von Textilien unentbehrlich geworden ist, hat viele gute Gründe. Von ihrem Aufbau als Eiweißfaser gleicht sie dem menschlichen Haar. Wolle ist ein schlechter Wärmeleiter und das ist gut für unsere Haut. Ihre spiralförmigen Fasern besitzen stufenartig übereinander liegende Schuppen, in deren Zwischenräume sich mikroskopische kleine Luftpolster bilden. Bis zu 85 Prozent des Gesamtvolumens der Wolle besteht aus Luft. Das macht sie einerseits leicht, andererseits lassen die Luftpolster die Luft gut zirkulieren und speichern die Wärme, so dass wir vor Temperaturschwankungen gut geschützt sind.
Vorbildlich ist Wolle auch in punkto Feuchtigkeitsaufnahme. Ihre Oberfläche stößt Wasser ab, aber im Faserninnern kann sie Wasserdampf aufnehmen - immerhin bis zu 35 Prozent ihres eigenen Gewichtes, ohne dass sie sich feucht anfühlt. Ob von außen durch Regen oder von innen durch unseren Schweiß - Wolle sorgt dafür, dass unsere Haut trocken bleibt und nicht auskühlt. Hinzu kommt, dass sie Schweißgeruch und Schmutz schlecht annimmt, farbbeständig und schwer entflammbar ist.
Wolle enthält immer eine bestimmte Feuchtigkeitsmenge. Deshalb lädt sich Wollkleidung kaum elektrostatisch auf. Daraus ergeben sich ein angenehmes Tragegefühl und die schmutzabweisende Wirkung. Wolle kann Säure neutralisieren und bietet Mikroorganismen einen schlechten Nährboden, weswegen der Schweißgeruch verhindert wird. Man muss also Wolle seltener waschen! Lüften oder das Aufhängen der Kleidungsstücke bei nebligem Wetter genügen oft als Reinigung.
Warum ist Wolle nicht gleich Wolle?
"100 % Schurwolle" wird oft mit "100 % Natur" verbunden. Leider ist das oft nicht richtig. Der weitaus größte Teil der Wolle, die auf dem Markt angeboten wird, stammt aus Massentierhaltung. Durch die großen Herden sind die Schafe sehr anfällig für Krankheiten. Die Tiere werden fünf- bis sechsmal im Jahr in Pestizidbäder getaucht, um Milben, Läuse und Fliegenmilben zu vernichten. Um den größtmöglichen Wollertrag zu erzielen, werden den Tiere Antibiotika und Medikamente gegeben. Auch in der Weiterverarbeitung der Wolle geht es oft nicht besonders natürlich zu. Als Beispiel sei hier nur die chemische Ausrüstung gegen Mottenfraß (Eulanisierung) oder auch die Superwash-Ausrüstung gegen das Verfilzen der Wolle genannt.

Seide

Die schönste und wertvollste Seide wird aus den Kokons des Seidenspinners gewonnen. Aufgrund seines Lebensraumes wird er auch Maulbeerspinner genannt, da seine Raupe ausschließlich Maulbeerblätter fressen (Maulbeerseide). Diese Art ist besonders in Asien beheimatet. Andere Arten in anderen Regionen unterscheiden sich nur geringfügig. Eine einzige Ausnahme bilden die wildlebenden Rassen, die Tussaspinner.
Bei allen entwickelt sich im Frühjahr innerhalb von sieben bis acht Wochen aus einem Ei eine Raupe und aus dieser ein fertiger Falter.
Die Kokons des Seidenspinners bestehen aus dem Fibroinfaden, den die Raupe vor ihrer Verpuppung spinnt. Um einen langen Faden zu erhalten, darf der Schmetterling nicht schlüpfen, da er ein Loch in den Kokon beißt und so den Faden durchtrennt. Aus diesen Kokons können nur noch kurze Fäden von schlechter Qualität gewonnen werden.
Zehn Tage nachdem die Raupe sich verpuppt hat kommen die Kokons zur Weiterverarbeitung. Mit kochendem Wasser oder heißem Dampf werden die Puppen getötet, in einem heißen Seifenwasserbad wird der Klebstoff (Seidenbast) gelöst, der die Fäden zusammenhält. Nach dem Trocknen werden die Haltefäden des Kokons abgezupft. Aus diesen mittellangen Fasern wird Florett- oder Schappeseide hergestellt. Gelangt man an den innern Faden des Kokons, so wird er abgespult (abgehaspelt) und auf ein Haspelrad gewickelt. Dieser Endlosfaden hat eine Länge von 1200 bis 1500 Metern. Er wird weiterverarbeitet und ergibt das feinste, glänzenste Gewebe (Haspelseide).
Bouretteseide wird aus kurzen Resten oder beschädigten Kokons gewonnen. Bei den Tussaspinnern werden die Kokons der geschlüpften Falter verwendet. Die Raupe muss hier also nicht sterben. Die Fäden sind dadurch deutlich kürzer. Tussaseide ist so weniger glänzend und durch den gröberen goldgelben Faden dicker als die anderen Seidenarten.

Biologische Seide

Je besser die Ernährung der Seidenraupen ist, desto besser ist die Qualität der Seide. Da für die gefräßigen Raupen große Mengen an Blättern benötigt werden, müssen entsprechende Mengen Maulbeerbäume angepflanzt werden. Im biologisch-dynamischen Landbau wird eine Mischkultur angelegt, um solch eine große Fläche im Gleichgewicht zu halten. Die Maulbeerbäume werden als Sträucher gezogen, um sie besser abernten zu können.
Dazwischen wachsen Obst- und Laubbäume, die Vögeln als Nistplatz und der Beschattung dienen. Auf Insektengift und Pflanzenschutzmittel wird verzichtet, die Seide ist rückstandsfrei. Die hohe Futterqualität führt zu einer bessern Seidenqualität. Die Kokons sind größer, die Seide ist elastischer und hat einen gleichmäßigeren Faden bei höherem Glanz. Beim Färben benötigt man weniger Farbe.
Auch die Umweltbedingungen werden dadurch verbessert. Der hohe Bedarf an Handarbeit, sowohl beim Landbau, wie auch bei der der Raupenzucht- und pflege, bietet für viele Menschen stabile Arbeitsverhältnisse.
Biologische Seide kommt also allen zugute: den Raupen, den Bauern, dem weiterverarbeitenden Gewerbe, der Umwelt und dem Kunden.

Kapok

Kapokbäume kommen heute nur wildwachsend in tropischen Regenwäldern vor. Es gibt keine Plantagen und damit auch keinen Dünger- und Spritzmitteleinsatz. Die Faser ist hohl und sehr leicht, daher sind Kapokmatratzen ca. 50% leichter als herkömmliche Matratzen. Die Fasern sind mit Wachs beschichtet. Sie saugen Feuchtigkeit nicht auf, sondern leiten sie rasch durch. Das gefürchtete feuchtwarme Bakterien und Ungeziefer fördernde Bettklima kann also nicht entstehen. Eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung und Vermehrung von z.B. Milben ist aber genau dieses. Nur in feucht-warmer Umgebung können Milben leben und sich von den Hautschuppen ernähren. Die Kapokfaser besteht ganz überwiegend aus Cellulose und bietet daher - anders als bei tierischen Fasern - für Ungeziefer aller Art keine interessante Nahrung. Kurz: Kapok ist für Ungeziefer und Milben äußerst unwirtlich. Wegen seiner glatten Faseroberfläche verfilzt und verklumpt Kapok nicht.
Aber wie bei allem gibt es auch hier eine Kehrseite. Die leichte, glatte Faser lässt sich nur schwer verarbeiten. Die Faser fliegt bei der Verarbeitung umher und neigt zum Verrutschen. Daher werden im Innern von Kapokmatratzen Trennwände eingenäht, die die Füllung an ihrem Platz halten. Die Kammern müssen zudem fest befüllt werden, damit die Faser auch innerhalb der Kammern nicht ausweichen kann.
Weiche Matratzen lassen sich daher mit Kapok nicht herstellen. Wer aber ohnehin gerne auf einer eher festen Unterlage schläft, wird die vielen guten Seiten von Kapok nie mehr missen wollen.
Immer häufiger entdecken auch Menschen mit Rückenproblemen nach endlosen Versuchen mit den verschiedensten weichen Matratzen und aufwendigen Bettsystemen, dass sie auf der festen Kapokmatratze endlich wieder ruhigen Schlaf finden.
Kinder kommen mit Kapokmatratzen fast immer auf Anhieb zurecht. Hier sind sich auch die Orthopäden einig, dass eine feste Unterlage sinnvoll ist. Die Klinik am Steigerwald für chinesische Medizin wurde vor einigen Jahren komplett mit Kapokmatratzen ausgestattet. Der leitende Arzt dort ist überzeugt, dass es für natürlichen, festen Schlaf keiner aufwendigen Systeme bedarf, sondern dass dieser letztlich am besten auf einer natürlichen, festen Unterlage möglich ist.
"Körperbau und Schlafgewohnheiten sind individuell so verschieden, dass letztlich jeder für sich herausfinden muss, worauf er am besten schläft."
Quelle:
Allegro 2000, Service für Allergiker

Pflegehinweise
WolleZu Wolle ist erst einmal wichtig zu sagen, dass sie Schmutz kaum aufnimmt, ja ihre Faseroberfläche Schmutz sogar regelrecht abstößt. So muss Kleidung aus Wolle nur selten gewaschen werden, lüften reicht meistens vollkommen aus.
Wenn sie doch einmal gewaschen werden muss, waschen wir fast alle Wollwäsche im Wollwaschgang kalt, auch wenn vom Hersteller Handwäsche empfohlen wird, da man bei der Handwäsche mehr Fehler machen kann. So ist es oft ratsamer mit guter Maschine den Wollwaschgang kalt zu nehmen. Wir können aber dafür keine Verantwortung übernehmen. Mischungen mit Mohair, Alpaka, Angora sind empfindlicher und Sie sollten sich hier strickt an die Anweisungen des Herstellers halten.

Hier einige wichtige Hinweise zur Behandlung von Wolle:

Wolle verträgt keinen Temperaturschock. Das bedeutet Waschwasser und Spülwasser sollten ungefähr die gleiche Temperatur haben! (Es darf dann ruhig 30 Grad sein). Von Wollwaschgang 30 Grad raten wir jedoch dringlichst ab (Temperatursturz!).
Wer schon mal gefilzt hat weiß, dass Seife und Reiben zum Verfilzen der Wolle führt. Das sollte man beim Waschen also vermeiden. Die Wolltextile sollten nicht gerieben, gezerrt und nicht ausgewrungen werden. Vorsichtig schleudern oder im Handtuch einrollen und ausdrücken. Es empfiehlt sich ein gutes Wollwaschmittel. Wir empfehlen Amytis, das man hier auch kaufen kann.
Nie zu lange einweichen. Das mag die Wolle nicht, sie weicht zu sehr auf und wird dann empfindlich.
Und zum Schluss:
nach dem schleudern oder ausdrücken Kleidungsstücke aufschütteln (dann lockern sich die Fasern wieder auf) in Form bringen, liegend oder leichtere Kleidungsstücke auch auf Bügeln trocknen lassen.
Viel Spaß bei der Pflege Ihrer Schätze!

Hier noch ein paar Worte zu Pilling:

Pillingbildung ist ein natürlicher Vorgang. Pilling entsteht durch Reibung. Je weicher ein Garn ist, desto mehr Pillingbildung kann es geben. Je fester ein Garn gedreht (gezwirnt) ist, desto weniger Pillingbildung: Die Angriffsfläche die durch Reibung gefährdet ist, ist nicht mehr so gross.
Stärker gedrehtes Garn ist nicht mehr so weich. Will man besonders weiches Garn haben muss man also Pilling in Kauf nehmen. Die Pilling-Knötchen kann man mit speziellen Woll-Rasiergeräten entfernen. Pilling-Bildung sagt also nichts über die Güte des Garns aus.
Wollwindelhosen

Die Wollhose nur waschen, wenn sie richtig schmutzig ist oder nicht mehr dicht hält. Feuchte Wollhosen einfach nur trocknen! Der hohe Lanolinanteil der Wolle reinigt die nur feuchte Hose von selbst.
Baumwolle

Hier sollten Sie sich nach den Hinweisen des Herstellers richten. Extra Tipp: statt Weichspüler kleine Mengen Lanolin aufgelöst ins letzte Spülwasser (Weichspülkammer der Waschmaschine) macht die Baumwolle schön weich!Noch ein Tipp: Wer einen Trockner hat, T-Shirts, Sweatshirts u. ä. nur antrocknen, danach in Form ziehen und auf dem Bügel trocknen lassen.
Wir wünschen Ihnen, dass Sie so lange Freude haben an Ihren schönen Kleidungsstücken!